Nachrichten der Kreistagsfraktion

SPD-Kreistagsfraktion informiert sich über Schulbauturbo im Main-Kinzig-Kreis

Wie können dringend benötigte Schulgebäude schneller und zugleich kostengünstiger geplant und gebaut werden? Mit dieser Frage hat sich die SPD-Kreistagsfraktion Offenbach bei einem Besuch der Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau beschäftigt.

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Im Gespräch mit dem zuständigen Schuldezernenten und Kreisbeigeordneten des Main-Kinzig-Kreises, Jannik Marquart (CDU), sowie Nidderaus Bürgermeister Andreas Bär (SPD) informierten sich die Kreistagsmitglieder über die Erfahrungen mit dem sogenannten „Schulbauturbo“.

Der Kreis Offenbach ist der zweitgrößte Schulträger Hessens und investiert Jahr für Jahr einen erheblichen Teil seiner finanziellen Mittel in seine Schulen. Gleichzeitig sorgen steigende Schülerzahlen, wachsende pädagogische Anforderungen und zusätzlicher Raumbedarf dafür, dass der Schulbau eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre bleibt.

Vor vergleichbaren Aufgaben steht auch der Main-Kinzig-Kreis. Um schneller zusätzliche Kapazitäten schaffen zu können, hat der Kreis deshalb neue Wege beim Schulbau eingeschlagen. Wie Kreisbeigeordneter Jannik Marquart erläuterte, sei es gelungen, den Zeitraum von der Vergabe bis zum Einzug auf lediglich rund eineinhalb Jahre zu verkürzen. Dabei setzt der Main-Kinzig-Kreis auf einen Generalübernehmer, bei dem Planung und Bau aus einer Hand erfolgen. Hinzu kommt eine serielle Bauweise, bei der große Teile des Gebäudes vorgefertigt und anschließend vor Ort montiert werden. Dies beschleunige nicht nur die Umsetzung, sondern reduziere Schnittstellen und entlaste zugleich die Kreisverwaltung erheblich.

Ein konkretes Beispiel ist die Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau, an der künftig eine Oberstufe benötigt wird. Der neue Oberstufentrakt mit 20 Klassenräumen soll bereits Anfang 2027 fertiggestellt sein. Voraussetzung für die schnelle Umsetzung sei eine enge Abstimmung aller Beteiligten gewesen. „Beim Schulbau müssen wir schnell vom Beschluss zum fertigen Klassenraum kommen. Die Bertha-von-Suttner-Schule zeigt, dass es geht: wir bauen schneller, begrenzen die Kosten verlässlich und schaffen hochwertige, moderne Lernräume.“, erläuterte Marquart.

Besonders bemerkenswert sind neben der kurzen Bauzeit die Kosten: Während für eine konventionelle Umsetzung mehr als 16 Millionen Euro veranschlagt waren, soll der Neubau nun zu einem vertraglich vereinbarten Festpreis von 10,7 Millionen Euro realisiert werden. Damit verbindet das Projekt eine deutliche Beschleunigung mit einer erheblichen Kostenersparnis.

Nidderaus Bürgermeister Andreas Bär begrüßte insbesondere die Entscheidung, die Oberstufe an der Bertha-von-Suttner-Schule einzurichten. Dies stärke den Bildungs- und Schulstandort Nidderau und zugleich die Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt mit Blick auf eine mögliche Aufstufung zum Mittelzentrum. „Heutige Investitionen in unsere Schülerinnen und Schüler zahlen sich in künftigem Wohlstand aus. Daher begleiten und unterstützen wir selbstverständlich die Erweiterung und Modernisierung der Bertha-von-Suttner-Schule, verbunden mit einem ausdrücklichen Dank an den Main-Kinzig-Kreis für die sehr gute Zusammenarbeit.“ betonte Bär.

 

Für die SPD-Kreistagsfraktion Offenbach ist der Besuch mit einem konkreten Prüfauftrag verbunden. „Wir nehmen die Erfahrungen aus dem Main-Kinzig-Kreis mit und wollen erörtern, welche Elemente dieses Modells sich auf den Kreis Offenbach übertragen lassen. Besonders interessant ist für uns, dass hier nicht nur erheblich schneller gebaut wird, sondern gleichzeitig die Kosten deutlich reduziert werden können. Wenn es gelingt, durch standardisierte Lösungen die Verwaltung zu entlasten und gleichzeitig verlässliche Kosten und eine gute Qualität zu gewährleisten, sollten wir diesen Weg ernsthaft in Erwägung ziehen“, erklärte Anna-Kristina Schönbach, Vorsitzende des Schulausschusses im Kreis Offenbach.

SPD-Fraktionschef Kai Gerfelder sieht dabei über den Schulbau hinaus Potenzial: „Die Frage standardisierter und zugleich flexibel nutzbarer Gebäude stellt sich nicht nur bei Schulen. Solche Lösungen könnten perspektivisch auch bei Kindertagesstätten, kleineren Feuerwehrhäusern oder beim bezahlbaren Wohnungsbau interessant sein. Gerade angesichts knapper öffentlicher Kassen müssen wir generell prüfen, wo wir durch wiederkehrende Standards Planungszeiten verkürzen und öffentliche Investitionen schneller und vor allem kostengünstiger umsetzen können.“