Nachrichten der Kreistagsfraktion

SPD-Kreistagsfraktion im Austausch mit der IHK Offenbach

Wirtschaftliche Unsicherheit, Fachkräftemangel und Infrastruktur im Mittelpunkt des jährlichen Gesprächs.

Die wirtschaftliche Lage in Stadt und Kreis Offenbach bleibt angespannt. Trotz erster Anzeichen einer konjunkturellen Erholung sorgen unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, zurückhaltende Investitionen und der Fachkräftemangel weiterhin für Herausforderungen.

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Darüber tauschte sich die SPD-Kreistagsfraktion Offenbach bei ihrem jährlichen Gespräch mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach aus. Seitens der IHK nahmen Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner sowie Frank Achenbach und Frank Hoffmann teil.

Die jüngste Konjunkturumfrage der IHK Offenbach vom Oktober 2026 zeigt zwar erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Der Konjunkturklimaindex stieg gegenüber dem Frühsommer von 80,1 auf 95,3 Punkte, liegt damit aber weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 100 Punkten. Besonders in der Industrie hat sich die Stimmung verbessert. Dennoch bleiben die Unternehmen bei Investitionen und Neueinstellungen zurückhaltend. Als größte Geschäftsrisiken nennen sie die Energie- und Rohstoffpreise (69 Prozent), die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (62 Prozent), die Arbeitskosten (58 Prozent) sowie die schwache Inlandsnachfrage (56 Prozent).

„Die Zahlen zeigen eine leichte Verbesserung, aber noch keine nachhaltige Erholung. Vor allem die wirtschaftliche Unsicherheit erschwert den Unternehmen ihre Planungen“, erklärt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Kai Gerfelder.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die angespannte Finanzlage der Kommunen. Aus Sicht der SPD sind handlungsfähige Städte und Gemeinden eine wichtige Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung. Investitionen in Schulen, Verkehrsinfrastruktur, Digitalisierung und öffentliche Einrichtungen kommen auch den Unternehmen zugute. Die zunehmenden finanziellen Belastungen schränken allerdings die kommunalen Handlungsspielräume erheblich ein.

„Die Kommunen müssen in der Lage bleiben, in ihre Infrastruktur zu investieren. Dafür brauchen sie eine bessere finanzielle Ausstattung durch Bund und Land“, so Gerfelder.

Intensiv diskutiert wurde zudem die Situation auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Viele Unternehmen haben weiterhin Schwierigkeiten, geeignete Nachwuchs- und Fachkräfte zu gewinnen. Gleichzeitig gelingt es nicht immer, Ausbildungsbetriebe und interessierte junge Menschen zusammenzubringen. Die SPD sieht deshalb in einer frühzeitigen Berufsorientierung, einer engeren Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen sowie einer höheren Wertschätzung beruflicher Ausbildung wichtige Handlungsfelder.

„Wir müssen die Berufsorientierung an unseren Schulen weiter stärken und jungen Menschen die vielfältigen Möglichkeiten einer Ausbildung vermitteln“, so Anna Kristina Schönbach, stellvertretende Vorsitzende der Kreistagsfraktion und Vorsitzende des Schulausschusses.

Nach wie vor wichtige Standortfaktoren bleiben die Themen bezahlbarer Wohnraum und leistungsfähige Verkehrsanbindungen. Unternehmen können Fachkräfte nur dann langfristig gewinnen und halten, wenn diese in der Region angemessenen Wohnraum finden und ihre Arbeitsplätze zuverlässig erreichen können. Deshalb bleiben der Wohnungsbau, ein attraktiver öffentlicher Personennahverkehr und eine leistungsfähige Straßeninfrastruktur wichtige Standortfaktoren.

Die SPD-Kreistagsfraktion bewertet den regelmäßigen Austausch mit der IHK als wichtigen Bestandteil ihrer politischen Arbeit. Viele der angesprochenen Herausforderungen begleiten die Region bereits seit mehreren Jahren und erfordern langfristige Lösungen.

„Der Austausch mit der IHK gibt uns wichtige Hinweise auf die aktuelle Situation der Unternehmen und ihre Erwartungen an die Politik. Wir werden diesen Dialog auch künftig fortsetzen“, erklärt Gerfelder abschließend.