SPD-Kreistagsfraktion will mehr Ganztagsschulen

8.1.10

Christian beck

Einen Neujahrswunsch hat der schulpolitische Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Offenbach Christian Beck (Neu-Isenburg) für seine Fraktion in Richtung Hessische Kultusministerin schon formuliert. Die erheblichen kommunalen Aufwendungen für die ganztägige Betreuung in den Grundschulen im Kreis Offenbach sollen möglichst bald durch eine Entscheidung aus Wiesbaden ergänzt werden, alle Grundschulen, die dies wünschen, auch als Ganztagsschulen zu führen.

„Wir können nicht auf halbem Wege bei der Umsetzung der Ganztagsangebote stehen bleiben“, führt Christian Beck aus. „Einerseits fließen erhebliche originäre kommunale Mittel in die Ganztagsbetreuung, weil die Kommunen die Bedeutung der Bildung für die Weiterentwicklung der Gesellschaft erkennen und auch handeln, und andererseits stiehlt sich das eigentlich zuständige Land Hessen aus der Verantwortung für diesen Bereich.“

Besonders befremdlich sei, dass manche Schulen schon seit acht Jahren Anträge auf den Ausbau zu Ganztagsschulen gestellt hätten, die unterschiedlichen CDU-Kultusminister und jetzt auch die Kultusministerin Henzler (FDP) aber beständig die Wünsche der Schulen ignorierten. Damit werde deutlich, dass die politischen Prioritäten in Hessen falsch gesetzt würden.

Ganztagsschulen sind nach Ansicht des Sozialdemokraten nicht automatisch auch bessere Schulen, aber die notwendige Bedingung, um alle Bildungsreserven zu heben und allen Kindern gleiche Chancen zu ermöglichen. Von der Einrichtung der Ganztagsschulen würden alle Kinder profitieren, weil individuelle Förderung allen Kindern nutze.

„Auch wenn die finanzielle Perspektiven der Kommunen zur Zeit nicht rosig sind, ist nicht zu erwarten, dass an den kommunalen Beiträgen zur Entwicklung der Schulen Abstriche vorgenommen werden“, ist sich Beck sicher. „Deshalb erwarte wir aber auch, dass das Land Hessen zügig und zeitnah Ganztagschulen im Kreis genehmigt und mit den notwendigen Lehrerstellen ausstattet.“

Es könne keine dauerhafte Lösung sein, dass einige Grundschulen das Konzept eines „beitragsgestützten Ganztagszweiges“ umsetzen, also Elternbeiträge zur Finanzierung der Angebote erheben müssen.

„Zunehmend wird deutlich“, so Beck abschließend, „dass die gegenwärtige Organisation von Betreuung an personelle, organisatorische und räumliche Grenzen stößt. Sowohl der Schulträger (Kreis) als auch die Städte und Gemeinden stehen vor einer kaum noch steuerbaren Situation. Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Grundschulen, in denen mehr als die Hälfte der Schulkinder ein Betreuungsangebot nutzen, kontinuierlich steigt - lässt sich Betreuung nicht mehr ohne grundsätzlichen Paradigmenwechsel zur Ganztagsschule bewältigen.“

Norbert Schultheis


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